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Jahresbericht zur Todesstrafe

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Jahresbericht zur Todesstrafe

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Was haben China, Saudi Arabien, Jemen, Iran und die USA gemeinsam? Es sind die Länder mit den meisten Hinrichtungen – in einer Zeit, in der die meisten Staaten die Todesstrafe abgeschafft haben.

“amnesty international” hat seinen Jahresbericht zum Thema Todesstrafe veröffentlicht. Der unterscheidet sich nur unwesentlich von jenen der vergangenen Jahre. Nicolas Beger vertritt die Menschenrechtsorganisation gegenüber der Europäischen Union. Seine Bilanz besagt:

“Die Welt bewegt sich in die richtige Richtung. Die Abschaffung der Todesstrafe bekommt immer mehr Unterstützung. Zuletzt wurde die Todesstrafe im afrikanischen Gabun abgeschafft.

Es gibt aber auch Rückschläge. Am schlimmsten ist es in China, dem Weltmeister bei Hinrichtungen, gefolgt von den USA, Jemen, Saudi Arabien und Iran.”

Am meisten hingerichtet wird nach wie vor in China.

Auch im vergangenen Jahr war die Zahl der Hingerichteten höher als insgesamt im Rest der Welt. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Die werden als Staatsgeheimnis behandelt .

Die Vollstreckung hingegen geschieht wie im europäischen Mittelalter manchmal öffentlich.

Zur Abschreckung. Mit dem Tode bestraft werden Mord, Drogenhandel und auch Steuerhinterziehung.

Von 192 Staaten haben 96 die Todesstrafe abgeschafft. 36 Staaten haben die Vollstreckung von Todesurteilen ausgesetzt. Noch hingerichtet wird in 56 Staaten. Hier sind die Zahlen von 2010 von Saudi Arabien 27, USA 46, Iran mindestens 252 – in China: geschätzt mehrere Tausend.

In den USA sinkt seit zehn Jahren die Zahl der Hinrichtungen. 2010 hat Illinois als 16. Bundesstaat die Todesstrafe abgeschafft.

Insgesamt wurde in den USA 2010 110 mal die Toderstrafe verhängt.

Aus dem Iran gibt es laut “amnesty international” keine verlässlichen Zahlen. Als besonders erschreckend wird im Bericht die Tatsache bezeichnet, dass auch Jugendliche hingerichtet werden. Zu den “Straftaten”, die mit dem Tode geahndet werden, gehört Homosexualität.