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Jemen: Duzende Tote bei Explosion in Munitionsfabrik

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Jemen: Duzende Tote bei Explosion in Munitionsfabrik

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In Jemen sind bei einer Explosion in einer Munitionsfabrik mehr als 100 Zivilisten getötet worden. Jemenitischen Medien zufolge waren zumeist Anwohner aus der näheren Umgebung auf das Fabrikgelände unweit der Stadt Jaar im Süden des Landes vorgedrungen, das zuvor von Islamisten gestürmt und ausgeplündert worden war. Offenbar hatte anschließend eine Zigarette die Explosion ausgelöst.

Das Unglück kam vor dem Hintergrund des seit Wochen tobenden Machtkampfs zwischen Präsident Ali Abdulla Salih und seinen Gegnern. Der jemenitische Politikwissenschaftler Ali Seif Hassan sieht zwei Lager sich bekämpfen, die beide zu stark sind um nachzugeben. Die einzig mögliche Lösung seien Verhandlungen unter neutraler Vermittlung. Dabei müsse es nicht um Sturz des Regimes sondern um einen Wandel gehen.

Gleichzeitig nutzen Extremisten aus verschiedenen Lagern den seit Wochen andauernden Machtkampf zwischen dem Staatschef und seinen Gegnern, um ihren Einflussbereich zu vergrößern.

Der Jemen gehört zu den wichtigsten Rückzugsorten des Terrornetzes Al-Kaida weltweit. In der zentralen Provinz Marib hatten mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen am Wochenende sieben Angehörige der Sicherheitskräfte getötet, während schiitische Rebellen in der nördlichen, an Saudi-Arabien grenzenden Provinz Saada eigenmächtig einen neuen Provinzgouverneur ernannten.