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NATO übernimmt Führung des Libyen-Einsatzes

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NATO übernimmt Führung des Libyen-Einsatzes

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Die NATO übernimmt das Kommando über alle internationalen Militäreinsätze in Libyen. Das Bündnis wird künftig sowohl die Einsätze zum Schutz der Zivilbevölkerung leiten, als auch zur Durchsetzung der Flugverbotszone, des Waffenembargos und die Angriffe auf militärische Ziele. Darauf einigten sich die Botschafter der Mitgliedsstaaten nach mehrtägigem Disput. Um das Kommando von der bisherigen Koalition aus elf Staaten zu übernehmen, sind etwa 48 bis 72 Stunden nötig.

Die Koalition hat ihre Angriffe auf militärische Ziele in Libyen fortgesetzt. Aus Tripolis und Sirte berichteten Augenzeugen von Explosionen, in Misrata zerstörte die französische Luftwaffe unter anderem mehrere Militärhubschrauber und -flugzeuge.

“Der Westen, die NATO, ergreift eindeutig Partei in diesem zivilen Konflikt”, kritisierte der libysche Regierungssprecher Mussa Ibrahim. “Das ist illegal, nicht von der Resolution des Weltsicherheitsrats gedeckt und unmoralisch.”

Unter Beschuss und in der Ungewissheit, was sie in naher Zukunft erwartet, kaufen die Bewohner von Tripolis auf Vorrat: Lange Schlangen bildeten sich an den Tankstellen. Libyens Ölförderung und -Verarbeitung sind durch die Kämpfe ebenso in Mitleidenschaft gezogen wie die Lieferung von Grundnahrungsmitteln.