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Die Assad-Dynastie

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Die Assad-Dynastie

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Damit Baschar al-Assad Präsident werden konnte, musste vor elf Jahren erst einmal die syrische Verfassung geändert werden. Die sah nämlich 40 Jahre als Mindestalter für einen Staatschef vor – der zweite Sohn des kurz zuvor verstorbenen Präsidenten Hafez al-Assad war aber erst 34.

In dem seit 1971 von Vater Hafez mit harter Hand geführten Staat war das eine unbedeutende Formalie. Der Vater starb – der Sohn folgte erst dem Sarg und dann in bester dynastischer Manier dem Vater an die Macht.

Hafiz al-Assad, über die Militärlaufbahn aufgestiegener Sohn einer nicht eben vermögenden Familie aus der lange Zeit unterdrückten Religionsgemeinschaft der Alawiten, hatte sich mit mehreren Putschen den Weg an die Macht geebnet.

Sein Herrschaftsinstrument wurde die “arabisch nationalistische und sozialistische” Baath-Partei.

Assad-Vater suchte sich in Zeiten des kalten Krieges seine Verbündeten im Osten. Anders als Ägypten oder Jordanien machte er nie seinen Frieden mit Israel, unternahm aber auch keine kriegerischen Abenteuer, um die von Israel 1981 okkupierten Golanhöhen zurück zu bekommen.

Dafür trugen die Assads ihre Machtkämpfe mehrfach auf dem Boden des Libanon aus.

Sohn Baschar musste 1994 seine Lebensplanung ändern – nach dem Unfalltod des vom Vater zum Nachfolger auserkorenen Bruders Basil. Also besuchte der Augenarzt Baschar die Militärakademie und lernte, was zum Machterhalt nötig ist.

Bei seiner zweiten Präsidentenwahl 2007 hatten sich längst alle Hoffnungen verflüchtigt, der Sohn könnte anders als der Vater Reformen zulassen.

Er regiert weiter mit dem seit 1963 geltenden Ausnahmezustand.

Wie bei Mubarak in Ägypten und bei Ben Ali in Tunesien hatte sich auch gegenüber der Assad-Dynastie der Westen lange damit beruhigen lassen, dass in Syrien der politische Islam keine Basis gewinnen konnte.

Eine hörbare Opposition konnte aber auch nicht entstehen und die wirtschaftlichen und sozialen Probleme ähneln sehr jenen, die anderswo die Menschen schon zum Aufstand trieben.