Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Lage im Kernkraftwerk Fukushima bleibt ernst


Japan

Lage im Kernkraftwerk Fukushima bleibt ernst

Die Lage im havarierten Kernkraftwerk Fukushima bleibt ernst. “Unvorhersehbar” ist das Wort, das Japans Regierung dafür inzwischen benutzt.

Amerikanische Fachleute halten eine leichte Entspannung für möglich. Peter Lyons, der zuständige Beamte im Energieministerium, betonte aber, das gelte nur bei einer andauernden Kühlung der Brennstäbe in den Reaktoren und Abklingbecken.

Soweit er wisse, sei das aber noch nicht gewährleistet.

Anderen macht der Nachweis von Plutonium auf dem Kraftwerksgelände Sorgen. Für den deutschen Atomexperten Michael Sailer heißt das, die Brennstäbe seien schon “entweder knapp unter der Kernschmelze oder in der Kernschmelze”.

Man habe hier einen enormen Notfall, sagt Naj Meshkati, ein amerikanischer Experte für Erdbeben und Atomsicherheit; die Maßnahmen müssten unbedingt koordiniert werden. Es sei eine internationale Krise, die die Möglichkeiten einer einzigen Einrichtung weit übersteige – sei es nun der Kraftwerksbetreiber TEPCO oder Japans Regierung.

Inzwischen ist auch klar, dass TEPCO den Rat seiner eigenen Sicherheitsexperten missachtet hat: Sie hielten in einer Untersuchung erst vor wenigen Jahren eine riesige Flutwelle wie jetzt für möglich – mit einer Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent über einen Zeitraum von fünfzig Jahren.

TEPCO unternahm daraufhin aber nichts: Der Schutz vor Hochwasser reichte deshalb nicht aus. Eingeplant waren Flutwellen bis sechs Meter Höhe; die jetzige war aber weitaus größer. Ein Vorstandsmitglied rechtfertigt die Entscheidung jetzt damit, dass diese Beurteilung damals unter den Fachleuten umstritten gewesen sei.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

welt

Auf Lampedusa tickt eine Zeitbombe