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Ist Jasminduft ansteckend?

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Ist Jasminduft ansteckend?

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Jasmin – für die einen das neue Freiheitssymbol.
Für die anderen aus gleichem Grund eher ein Unkraut. Zu den Jasminverächtern gehören die Herrschenden in China - seit Ideen und Symbole aus Nordafrika auch von chinesischen Demonstranten aufgegriffen werden.
Diese Bilder stammen aus Hongkong, aufgenommen am 27. Februar. Leung Kwok-Hung, Mitglied des Legislativrates von Hongkong sagt: “Wir wollten, dass der Jasmin vor dem Gebäude der kommunistischen Partei wächst, daran wurden wir gehindert.”
Sarkastisch fügt er an, nun fühle er wirklich, dass Hongkong ein Teil Chinas geworden sei.
 
Am gleichen Tag wurden in Schanghai, nahe beim “Platz des Volkes”, gut 200 Demonstranten von einem massiven Polizeiaufgebot abgedrängt.
 
Hauptstadt Peking. Ebenfalls am 27. Februar.
Hier hatten sich einige Leute zu einem Treffen in einem Mc Donalds Restaurant veranredet.
Über youtube erfuhr die Welt, wie die Verabredung ausging.
Und die Agentur REUTERS hielt fest, wie die internationale Presse bei der Berichterstattung darüber behindert wurde. Eine Woche später verkündete dann die offizielle Sprecherin der Regierung: ” Das gemeinsame Interesse des chinesischen Volkes gilt der Sicherheit und der Stabilität. Jene, die Zwischenfälle provozieren wollen, machen sich Illusionen. Die Leute, die sich von den Revolten in der arabischen Welt inspirieren lassen, sind zum Scheitern verurteilt.”
Dass Chinesen sich von Ideen aus anderen Teilen der Welt inspirieren lassen, ist im Zeitalter des Internets nicht mehr zu verhindern.
Auch wenn es die chinesischen Behörden immer wieder durch Blockieren bestimmter Zugänge versuchen. So wurden jüngst alle Seiten herausgefiltert, auf denen die Worte “Jasmin”, “Tunesien” , “Ägypten” auftauchen.
 
Und damit auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking weder Jasminduft noch Jasminideen verbreitet werden, ist das dortige Aufgebot an Überwachungskräften nochmal verstärkt worden.
Landesweit übersteigen im Haushalt 2011die Mittel für innere Sicherheit erstmals jene für die Armee.
Opposition im eigenen Land wird demnach mehr gefürchtet als eine Bedrohung von außen.
 
So gesehen war auch die Stimmenthaltung im UN-Sicherheitsrat bei der Resolution zur Flugverbotszone über Libyen ein innenpolitisches Signal