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Assad enttäuscht Opposition

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Assad enttäuscht Opposition

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Syriens Präsident Baschar al-Assad hat in seiner ersten Rede seit Ausbruch der Proteste die Hoffnung der Opposition auf Reformen und Wandel zunichte gemacht.

Vor dem Parlament stellte Assad die Protestwelle als “ausländische Verschwörung” dar. Auf die vielfach erwartete Aufhebung des Ausnahmezustands ging er überhaupt nicht ein.

Sowohl die Opposition als auch das westliche Ausland reagierten enttäuscht auf die Rede. Ein Sprecher der US-Regierung: “Die politischen Führer all dieser Länder müssen auf die berechtigten Forderungen ihrer Bevölkerung nach demokratischem Wandel eingehen. Verschwörungstheorien dafür verantwortlich zu machen, wäre wirklich zu einfach.”

Doch Assad äußerte in der Rede weder Selbstkritik noch kündigte er weitere Reformen an.

Der Kreis seiner Unterstützer scheint nach wie vor groß genug: Vor dem Gebäude erwartete den Präsidenten eine jubelnde Menge. Dennoch kam es nach der Assad-Rede in weiten Teilen des Landes erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Auch in der südsyrischen Stadt Daraa kam es zu neuen Protesten. Dort waren in der Vorwoche nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 55 Demonstranten von der Polizei getötet worden.

> Die Assad-Dynastie