Eilmeldung

Eilmeldung

Elfenbeinküste: Gbagbo-Anhänger verlieren an Boden

Sie lesen gerade:

Elfenbeinküste: Gbagbo-Anhänger verlieren an Boden

Schriftgrösse Aa Aa

Die Kämpfe in der Elfenbeinküste dauern an. Die Truppen des international anerkannten Präsidenten Allessane Ouattara rücken vor und stehen vor den Toren der Wirtschaftsmetropole Abidjan. Die Unterstützer des bei den Wahlen unterlegenen Staatschefs Laurent Gbagbo verlieren deutlich an Boden. Immer mehr von Gbagbos Soldaten desertieren, Gbagbos Armeechef suchte mit seiner Familie Schutz im Haus des südafrikanischen Botschafters. Dennoch wollen Gbagbos Anhänger nicht aufgeben und zeigen sich weiterhin siegessicher. “Das ist kein Spaß”, ruft einer von ihnen. “Man muss mit ganzem Herzen dabei sein, das ist der Punkt. Wir befinden uns im Krieg.”
 
Laut Medienberichten mussten Gbagbos Truppen bereits die Hauptstadt Yamoussoukro und den wichtigen Exporthafen San Pedro aufgeben. Gbagbo jedoch hält weiterhin an der Macht fest – trotz zahlreicher Appelle der Internationalen Gemeinschaft. Nun erhöht die UNO den Druck auf ihn: Der Weltsicherheitsrat in New York verhängte eine Reihe von Sanktionen gegen Gbagbo und seine Familie, unter anderem Reiseverbote. Zudem sollen ihre Auslandskonten eingefroren werden. Die Maßnahmen seien abwendbar, wenn Gbagbo sein Amt an Ouattara übergebe, hieß es.
 
Ouattara selbst rief unterdessen die Anhänger Gbagbos auf, sich auf seine Seite zu stellen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Seit Beginn der Krise wurden nach UN-Schätzungen rund 500 Menschen getötet, mehr als eine Million sind auf der Flucht.