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Wieder kommen Bootsflüchtlinge nach Lampedusa


Italien

Wieder kommen Bootsflüchtlinge nach Lampedusa

Italiens neue Pläne, Lampedusa von Flüchtlingen zu räumen, haben nur einen Schönheitsfehler: Es kommen immer neue. Wieder sind in der Nacht zwei Boote aus Nordafrika auf der kleinen italienischen Insel gelandet. Rund zweihundert Menschen waren insgesamt an Bord.

Lampedusas Bewohner fühlen sich von der Entwicklung der letzten Wochen und Monate überrollt und von der Regierung im fernen Rom alleingelassen. Regierungschef Silvio Berlusconi tauchte prompt persönlich auf und versprach gestern, dass alle Flüchtlinge weggebracht würden. Innerhalb von zwei, zweieinhalb Tagen werde die Insel wieder ganz ihren Bewohnern gehören.

In den letzten Wochen und Monaten waren es bald zwanzigtausend Afrikaner, die über das Mittelmeer hierherkamen: Auslöser waren der Sturz des Regimes in Tunesien und jetzt auch die Kämpfe in Libyen. Lampedusa ist für sie der erste Anlaufpunkt auf dem Weg nach Europa: Die Insel liegt nur etwa 130 Kilometer vor der tunesischen Küste.

Das Auffanglager hier ist aber bei weitem nicht auf solche Massen eingerichtet: Nur achthundert Menschen kann es normalerweise aufnehmen. Zuletzt waren auf der Insel aber fünf- bis sechstausend Flüchtlinge – mehr, als Lampedusa Einwohner hat.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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