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Atomkatastrophe: Japans Regierungschef erwartet "langen Kampf"

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Atomkatastrophe: Japans Regierungschef erwartet "langen Kampf"

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Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima kämpfen die Arbeiter weiterhin gegen den drohenden Super-GAU – unter oft extremen Bedingungen. Vielfach fehlt es an technischen Hilfsmitteln wie etwa Strahlenmessgeräten. Japans Regierungschef Naoto Kan kündigte an, das AKW vollständig stillzulegen. Ein schnelles Ende der Atomkatastrophe sei nicht in Sicht, sagte er: “Ich bin darauf vorbereitet, einen langanhaltenden Kampf am Atomkraftwerk Fukushima zu führen und diese Schlacht zu gewinnen.”

Am Samstag besucht Kan erstmals die Krisenregion. Dort spitzt sich die Lage immer mehr zu. Die radioaktive Belastung des Grundwassers unter dem Meiler liegt bereits weit über dem zulässigen Grenzwert. Die Sperrzone um Fukushima muss voraussichtlich noch sehr lang aufrecht bleiben, zehntausende Menschen können möglicherweise nie mehr in ihre Häuser zurückkehren. Dennoch versuchen viele von ihnen, optimistisch zu bleiben. “Die Situation ist sehr düster, aber ich möchte das meine Kinder nicht spüren lassen”, meint ein junger Mann. “Als Vater muss ich meine Kinder unterstützen und an ihre Zukunft denken und darum muss ich Optimismus zeigen.”

In Tokio befürchten die Verbraucher, dass Gemüse aus der Region um Fukushima radioaktiv verseucht sein könnte; Bauern sind mit Geigerzählern auf den Märkten unterwegs. In Eiern, Gemüse und Rindfleisch aus der weiteren Umgebung des AKW wurde erhöhte Radioaktivität gemessen.