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Blutbad und Frohsinn in Elfenbeinküste

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Blutbad und Frohsinn in Elfenbeinküste

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Machtkampf und kein Ende in der Republik Elfenbeinküste. In der Wirtschaftsmetropole Abidjan kam es nach einer ruhigen Nacht zu Schusswechseln zwischen Anhängern des noch amtierenden Präsidenten Laurent Gbagbo, der trotz einer klaren Wahlniederlage seinen Stuhl nicht räumen will und den vorrückenden Truppen des Wahlsiegers Alassane Ouattara.

Der Machtkampf hat inzwischen weit mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet.

Etwa eine Million Menschen sind auf der Flucht, schätzt die UNO.

Bei einem Blutbad wurden allein in der Stadt Duékoué im Westen des afrikanischen Landes in den vergangenen Tagen mindestens 800 Menschen getötet, so das Internationale Rote Kreuz (IRK).

Als Kontrastprogramm zeigte das Staatsfernsehen einen gut gelaunten Laurent Gbagbo, der mit seiner Tochter herumschäkert. Die doppelte Botschaft: Er ist im Land – und der umkämpfte Staatssender RTI offenbar in den Händen seiner – immer weniger zahlreichen – Anhänger.

In den vergangenen Tagen hatten die Streitkräfte der Elfenbeinküste ihre bisherige Loyalität zu Gbagbo aufgegeben.

Trotz verstärkter Präsenz konnten französische Truppen und Blauhelme der UN-Mission UNOCI offenbar nicht verhindern, dass in den Straßen von Abidjan geplündert und gebrandschatzt wurde.

Rund 1400 Zivilisten suchen inzwischen Schutz in einem Camp am französischen Militär-Stützpunkt Port-Bout in der Nähe des Flughafens von Abidjan.