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Lampedusa funkt "SOS"

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Lampedusa funkt "SOS"

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Tausende bevölkern die Kais, die Schiffe, auf die sie warten, liegen draußen vor der Küste vor Anker – stürmischer Westwind und hoher Seegang verzögerten das Vorhaben, Flüchtlinge aus Nordafrika von der überfüllten italienischen Insel Lampedusa in andere Aufnahmelager zu bringen.

“Lampedusa gehört bald wieder den Lampedusern”, hatte Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi jüngst versprochen – mehr als 2500 Tunesier sind schon weg, knapp 4000 sitzen noch auf gepackten Plastiktüten.

Zuletzt hatte es weit mehr Tunesier als Einwohner auf der Insel gegeben -sie liegt nur etwa 130 Kilometer vor der tunesischen Küste.

Das Problem schlägt auch weiter im Norden Wellen – Italiens Innenminister Roberto Maroni warf Europa einen völligen Mangel an Kooperation vor.

“Wir könnten es ihnen ermöglichen, frei in Europa zu reisen,” warnte Berlusconi, enttäuscht von der EU, etwa “zu Familien und Freunden, in Frankreich, aber auch in Deutschland.”

Seit dem Sturz des Präsidenten Zine El-Abidine Bel Ali im Januar landeten weit mehr als 18 000 Tunesier auf dem nur 20 Quadratkilometer großen Lampedusa.

Nach wochenlangem Notstand waren die Insulaner auf den Barrikaden gegangen – aus Angst vor Gesundheitsgefahren und in Sorge um die beiden Haupteinnahmequellen Lampedusa, Fischerei und Tourismus.