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Drehtür Lampedusa

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Drehtür Lampedusa

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“Das Tor Europas” – so nennen die Bewohner die kleine italienische Insel Lampedusa. Sie ist zur Drehtür geworden. Während nach vier Tagen Wetterpause gut 2200 Migranten die Insel in Richtung Festland verlassen konnten, kamen auf der anderen Seite wieder ein paar hundert neue an – meist auch aus Tunesien.

Fazit: Zur Zeit kommen auf fünf Insulaner zwei

Flüchtlinge.

Zeitweise hatte es weit mehr Tunesier als Einwohner auf der Insel gegeben – sie liegt nur etwa 130 Kilometer vor der tunesischen Küste.

In den vergangenen Wochen waren mehr als 20 000 Migranten auf dem nur 20 Quadratkilometer großen Lampedusa gestrandet.

“Wir könnten ihnen ermöglichen, frei in Europa zu reisen,” warnte Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, enttäuscht von Europa.

Auf der Insel ist die Stimmung gereizt.

“Wenn sie nichts kaputtmachen, halten wir still,” sagt ein Bewohner. “Wenn sie anfangen, Schaden anzurichten, müssen wir uns verteidigen.”

Und ein anderer: “Wenn da nur nicht wieder andere nachkommen.”

Und wie geht es auf dem Festland weiter ? Für viele panisch. Im süditalienischen Ort Manduria stiegen 1500 Menschen aus den Fähren. Einer versuchte, sich anzuzünden. Dutzende verzichteten auf eine Registrierung und einen weiteren Aufenthalt im Aufnahmelager – sie türmten über ein Begrenzungsmäuerchen.