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Frankreichs Rolle in der Ex-Kolonie Elfenbeinküste

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Frankreichs Rolle in der Ex-Kolonie Elfenbeinküste

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“Die ehemalige Kolonialmacht hat nicht das Recht sich in die inneren Angelegenheiten ihrer ehemaligen Kolonie einzumischen. Das weiß alle Welt.”

Das sagt Frankreichs Staatsoberhaupt am

24. Januar – bezogen auf Tunesien.

Keine zwei-einhalb Monate später schert sich Nikolas Sarkozy nicht mehr um sein Geschwätz von neulich. Im Staat Elfenbeinküste mischt sich die ehemalige Kolonialmacht ein wie eh und je.

Hier haben die Franzosen immer gute Geschäfte gemacht. Entsprechend viele Franzosen leben hier, mehr als 12.000. Zu ihrem Schutz, so lautet das Argument, unterhält Frankreich hier ein Truppenkontingent. So ist die “Grande Nation” immer militärisch in Westafrika präsent.

In Spitzenzeiten mit bis zu 5.000 Mann.

2002 stellte sich die französische Armee zwischen die Fronten, um den damaligen Präsidenten Laurent Gbagbo vor den Rebellen aus dem Norden zu schützen. Später zerstritt man sich, Gbagbos Armee bombardierte ein Militärlager der Franzosen.

Die revangierten sich mit Bomben auf Gbagbos Luftwaffe.

Als Präsident Sarkozy 2007 ins Amt kam, kündigte er an, die geheimen Militärverträge mit Afrikas Potentaten veröffentlichen und auflösen zu wollen.

Eine UN-Blauhelmtruppe sollte die französische Armee ablösen. Für Ruhe und Frieden zu sorgen schafften die UN-Soldaten nicht. Nach der Wahl vom November 2010 stellte sich Frankreich hinter Wahlsieger Ouatarra.

Das nahm der lange von Frankreich gestützte Wahlverlierer Gbagbo richtig übel.

In diesem Video-Clip wird Frankreichs Präsident Sarkozy mit Hohn und Spott überschüttet, unter der Losung: “Sarkozy, Elfenbeinküste ist deine Endstation”

Dass dann im Dezember zwei bekannte französische Anwälte Gbagbo ihre Aufwartung machten, trug auch nicht gerade zur Entspannung der Lage bei. Jacques Verges und Roland Dumas boten auch Ben Ali in Tunis ihre Hilfe an, kurz bevor der aus dem Land gejagt wurde.

Menschenrechtsverletzungen werden beiden Rivalen vorgeworfen. Dies sind Bilder aus der Stadt Duekoue, wo nach Angaben der UN-Truppen die Anhänger von Ouatarra mehr als zweihundert Menschen getötet haben sollen.

Die verdanken ihre Waffen überwiegend auch französischer Militärhilfe und wie den politischen Verlautbarungen aus Paris zu entnehmen ist, sind sie jetzt Sarkozys neue Bündnispartner.