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Konferenz der European Jewish Union in Paris

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Konferenz der European Jewish Union in Paris

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euronews-Korrespondent Michele Carlino aus Paris: “Was ändert sich für Israel durch die arabischen Revolutionen am Mittelmeer? Darüber haben Abgeordnete der Knesset, Politikwissenschaftler und Universitätsdozenten zwei Tage lang auf dem Kongress der European Jewish Union in Paris diskutiert.”

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die Frage: Welche möglichen Risiken bergen die großen Umwälzungen in Nordafrika und in Nahost für Israel. Und welche Zukunft haben die neuen Demokratien, fasst Politologe Alexander Zanzer zusammen. “Die Herausforderung für Israel besteht nicht in seiner eigenen Demokratie. Es geht darum zu verstehen, dass sich demokratische Stimmen um sie herum erheben könnten. Bisher hatte Israel Angst vor dem Unbekannten. Davor, wer an die Macht kommt; sie haben Angst davor, dass die demokratischen Bewegungen in acht Monaten von einem in schwarz gekleideten Mann mit Bart und Kalaschnikow abgelöst werden könnten. Ich denke aber nicht, dass das passieren wird, denn das Fernsehen und ganz besonders die sozialen Netzwerke haben die Gleichgewichte stark verändert.”

Dass die Geschwindigkeit der Ereignisse etwas Gutes ist, denken nicht alle. Denn viele Konflikte bleiben bestehen. Für Israel bleibt die Frage nach der eigenen Sicherheit ganz oben auf der Tagesordnung. Die Knesset-Abgeordnete Anastassia Michaeli erklärte, “selbst wenn wir einen Friedensvertrag unterzeichnen, bedeutet es nicht, dass der auch umgesetzt wird. Es gibt immer noch verschiedene Terroranschläge in Jerusalem und Israel, und es geht uns ums tägliche Überleben. Das ist schade, denn das ist keine Basis. Es geht statt dessen darum, in einer friedlichen Welt zu leben.”

Die Herausforderung der demokratischen Bewegungen betreffen den gesamten Westen. Er ist aufgerufen sich zu fragen, wie die einzelnen Gemeinschaften geschützt werden und gleichzeitig Unterschiede erhalten bleiben können.