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Der Weg des Laurent Gbagbo

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Der Weg des Laurent Gbagbo

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Als junger Mann saß er im Gefängnis.

Laurent Gbagbo, geboren 1945 in einer einfachen Familie vom Volk der Bete im Süden der französischen Kolonie. Er studierte Geschichte und begann, selbst Geschichte zu machen.

2000 gewann er die Wahl, und ließ den nächsten Urnengang immer wieder verschieben.

Bis November 2010. Seine Polit-Karriere hatte Gbagbo als Gewerkschafter begonnen, der in Opposition stand zum “Vater der Unabhängigkeit”, Felix Houphouet-Boigny, der von 1960 bis zu seinem Tod 1993 regierte.

Nach Jahren im Gefängnis und im erzwungenen Exil in Frankreich kehrte der zur Präsidentschaftswahl 1995 heim. Und organisierte zusammen mit Alessane Ouattara einen Wahlboykott.

Erfolglos. Henri Konan Bedié wurde der zweite Präsident in der Geschichte der unabhängigen Elfenbeinküste.

Vier Jahre und einen Militärputsch später wähnte sich Laurent Gbagbo am Ziel. Seinen Rivalen Ouatarra schaffte er mit einem einfachen Trick auszubremsen: Schon der bei diesem Putsch gestürzte Präsident Bedié hatte eine speziellen Art von Nationallismus geschürt.

Von den 20 Millionen Einwohnern sind rund 4 Millionen Zuwanderer aus den Nachbarstaat Burkina Faso. Auch die Mutter von Ouattara. Mit dem Argument, er sei kein hundertprozentiger Ivorer ließ ihn Gbagbo von der Präsidentenwahl 2000 ausschließen.

Aus dem Machtkampf zweier politischer Rivalen wurde 2002 ein mit ethnischen und religiösen Losungen geschürter Bürgerkrieg. Die Moslems im Norden fühlten sich von den Christen im Süden unterdrückt. Ein Putschversuch von Ouattara mißlang. Gbagbo konnte seine Macht festigen.

Die unruhige Lage lieferte ihm die Begründung, für 2005 anstehende Wahlen zu verschieben.

Erst 2007 wurde nach Vermittlung durch die immer noch sehr einflußreiche Ex-Kolonialmacht Frankreich ein Friedensabkommen unterzeichnet.

Danach traf sich Präsident Gbagbo zu Gesprächen mit den Rebellen und versprach, sie an der Macht zu beteiligen. Er sagte, er sei glücklich, dass das Land seine Einheit wiedergefunden habe.

Als dann im November 2010 nach der Präsidentenwahl die Stimmen ausgezählt wurden, verging ihm das Lachen.