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Elfenbeinküste, kein Land süß wie Kakao

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Elfenbeinküste, kein Land süß wie Kakao

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Als die Ivorer Ende November zur Wahl gingen, hoffte noch alle Welt, damit könnten endlich stabile Verhältnisse geschaffen werden.

Gut fünf Jahre lang hatte der amtierende Präsident Laurent Gbagbo Wahlen immer wieder verschieben lassen. Nun endlich, am 28. November 2010, Stichwahl: Laurent Gbagbo gegen Alessane Ouattara. Auch wenn seither der sich trotz Wahlniederlage ans Amt klammernde Gbagbo als der Böse dasteht – dies ist kein Kampf Lichtgestalt gegen Finsterling.

Leichen liegen auf den Straßen von Abidjan, wo bisher die meisten Gewalttaten auf das Konto der Gbagbo-Anhänger kamen. Tote Zivilisten gab es Ende März auch in der Stadt Duekoue weit im Westen, nachdem diese von Ouattara-Leuten erobert wurde.

Das Internationale Rote Kreuz spricht von 800 am 29. März getöteten, die Caritas von 1000 Opfern, Toten und Vermissten, und die UN-Mission von mindestens 330.

Im Hauptquartier der Vereinten Nation in New York, spricht für Elfenbeinküste bereits der Mann von Ouattara. Und der weist alle Vorwürfe zurück.

Youssoufffou Bamba wörtlich:

“Wir leugnet jede Verwicklung in irgendwelche Massenmorde in Duekoue. Die geschahen lange, bevor unsere Einheiten dort ankamen. Erinnern sie sich daran, dass Mordwut den Weg der pro-Gbagbo-Milizen begleitet.”

Über die Gewalttaten der Gbagbo-Leute ist einiges bekannt. Vor allem über die Jugendlichen, die sich “Junge Patrioten” nennen.

Sie haben vor Jahren schon Jagd gemacht auf Franzosen und andere Ausländer. Auch Angriffe auf das UN-Kontingent gehen auf ihr Konto.

Einer der Sprecher von Ouattara verkündet inzwischen dessen Linie, wenn er denn endlich wird regieren können: “ Es wird keine Hexenjagd geben, die republikanischen Kräfte bereiten sich darauf vor, in allen Wohngebieten für Sicherheit zu sorgen, die zur Beute von Plünderern und Gewalttätern geworden waren.”

Und welches Interesse hat nun der Rest der Welt an dem kleinen 20-Millionen-Land ? Ein süßes.

Elfenbeinküste ist der weltgrößte Kakaoproduzent und seit Monaten stapelt sich die letzte Ernte in den Lagern, weil wegen des Konfliktes nicht exportiert wurde.