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Ouattaras Truppen stürmen Präsidentenpalast

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Ouattaras Truppen stürmen Präsidentenpalast

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In der Elfenbeinküste haben die Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara den Amtssitz des Präsidenten gestürmt. Dort hat sich der nach internationaler Auffassung abgewählte Präsident Laurent Gbagbo mit einigen seiner verbliebenen Anhänger verschanzt. “Wir werden ihn aus seiner Residenz herausholen”, sagte ein Sprecher der Truppen Ouattaras. Bislang ist Gbagbo aber noch nicht in der Hand der Angreifer. Der Amtzssitz des Präsidenten ist von Ouattaras Einheiten umzingelt. Wie aus Pariser Regierungskreisen verlautet, sind die Verhandlungen über eine Machtübergabe von Gbagbo an Ouattara gescheitert. Die Truppen von Ouattara hätten nun den “finalen Angriff” gestartet. Gbagbo habe nicht ernsthaft verhandelt. Die französische Regierung betonte, die in der Elfenbeinküste stationierten französischen Truppen seien an den Kämpfen um den Präsidentenpalast nicht beteiligt.
 
Noch am Morgen hatte Frankreich mit weiteren Militärschlägen gegen Gbagbo und seine Anhänger gedroht. Frankreich werde zusammen mit den Vereinten Nationen weiter Druck machen, damit Gbagbo die Realität akzeptiere, sagte der französische Außenminister Alain Juppé dem Radiosender France Info. Man hoffe allerdings, dass neue Militäraktionen vermieden werden könnten. Die Rücktrittsweigerung Gbagbos kritisierte Juppé scharf.

Gbagbo wiederum kritisierte das militärische Eingreifen der früheren Kolonialmacht Frankreich. Es handele sich um einen nationalen politischen Konflikt. “Frankreich hat direkt einen Krieg gegen uns gestartet.”
 
Am Montagnachmittag hatten die UN-Friedenstruppen und die in der Elfenbeinküste stationierten französischen Streitkräfte auf Seiten Ouattaras eingegriffen.
 
Die Beteiligung Frankreichs und der UN in die Kämpfe könnte möglicherweise ein Nachspiel im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen haben. Russland zweifelte die Rechtmäßigkeit der Intervention an und forderte eine Unterrichtung des Sicherheitsrats. Das Mandat verpflichte UN-Friedenstruppen zu Neutralität und Unparteilichkeit.