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Für Silvio Berlusconi beginnt der "Ruby"-Prozess

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Für Silvio Berlusconi beginnt der "Ruby"-Prozess

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Für Silvio Berlusconi geht es wieder vor Gericht – diesmal wegen seiner mutmaßlichen Verwicklungen rund um die blutjunge Ruby. Heute beginnt der Prozess wegen möglicher Prostitution einer Minderjährigen und Amtsmissbrauchs.

Im Parlament hat Italiens Regierungschef aber Verbündete gefunden: Eine knappe Mehrheit im Abgeordnetenhaus hält das Gericht für nicht zuständig.

Für den Prozessauftakt bedeutet das aber erst einmal gar nichts: Außerdem geht es dabei nur um den einzelnen Vorwurf des Amtsmissbrauchs. Trotzdem muss sich damit nun erst einmal das Verfassungsgericht beschäftigen. Dieser Vorwurf könnte damit letztlich und womöglich auch noch zum Kippen gebracht werden.

Berlusconis Gegner sind wütend, weil der Regierungschef sich schon wieder einen Freibrief ausstellen lassen will. Missbrauch des Parlaments nennt das Gianfranco Mascia, einer ihrer Sprecher, bei einer Kundgebung in Rom: Es werde weiter dazu benutzt, die Probleme eines einzigen Menschen zu lösen, nämlich von Berlusconi. Dabei habe Italien so viele ungelöste Probleme.

Die Richter müssen klären, ob die damals siebzehnjährige Ruby, eine Nachtklubtänzerin, von Berlusconi bei seinen legendären Feiern für Sex bezahlt wurde. Er soll außerdem mit einem Anruf bei der Polizei für ihre Freilassung gesorgt haben, als sie einmal wegen Ladendiebstahls festgenommen worden war – das wäre dann der Amtsmissbrauch.

Berlusconi bestreitet die Vorwürfe. Beim Prozessauftakt wird er nicht dabeisein.