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Portugal bittet EU um Finanzhilfe

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Portugal bittet EU um Finanzhilfe

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Nach Griechenland und Irland muss nun auch Portugal unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen – trotz aller gegenteiligen Beteuerungen in den letzten Monaten. Der geschäftsführende Ministerpräsident José Socrates bestätigte eine entsprechende Ankündigung seines Finanzministers: “Ich habe alles versucht, aber nun ist die Zeit gekommen, um eine Entscheidung zu treffen”, so Socrates. “Andernfalls würden wir Portugal in große Gefahr bringen. Es ist meine Pflicht und meine Verantwortung, die nationalen Interessen über alles andere zu stellen. Daher möchte ich der portugiesischen Bevölkerung mitteilen, dass die Regierung beschlossen hat, die EU-Kommission um finanzielle Hilfe zu bitten.”

Die Finanzkrise hatte vor rund zwei Wochen auch zu einer Regierungskrise geführt: Die Minderheitsregierung hatte im Parlament keine Mehrheit für ihr Sparpaket gefunden; seither ist Socrates nur mehr geschäftsführend im Amt. Der eigentliche Anstoß zum Hilfsantrag aber kam von den Banken: Viele Institute, die große Positionen an portugiesischen Anleihen halten, leiden unter dem Misstrauen der Finanzmärkte und drängten auf Inanspruchnahme des Rettungsschirms. Auch für Lissabon wurde es immer schwieriger, sich frisches Geld zu besorgen, da die Zinsen für portugiesische Anleihen zuletzt steil nach oben gingen.