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Das Ende der Zeit des billigen Geldes

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Das Ende der Zeit des billigen Geldes

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Zum ersten Mal seit der Finanzkrise hat die Europäische Zentralbank den Leitzins erhöht. Der Satz steigt um einen Viertelprozentpunkt, auf künftig 1,25 Prozent. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet begründete den Schritt mit der steigenden Inflationsgefahr.

Er fügte hinzu, dass jüngste Daten nahelegen, dass die Tendez der Weltwirtschaft auch weiterhin positiv bleibe. Gleichzeitig seien diese Ausblicke aber einer starken Unsicherheit unterworfen. Darum werde die zukünftige Entwicklung streng im Auge behalten – vor allem bezüglich der Risiken für die Preisstabilität.

Der Leitzins war im Mai 2009 mitten in der Wirtschafts- und Finanzkrise auf das Rekordtief von 1,0 Prozent gesenkt worden. Volkswirte erwarten, dass der jetzige Anstieg auf 1,25 Prozent ein erster Schritt ist und die Notenbank den Leitzins in den kommenden Monaten in kleinen Schritten auf 2,0 Prozent anheben wird.

Für die schwächelnde Konjunktur in hoch verschuldeten Ländern wie Irland, Griechenland und Portugal könnte die Zinserhöhung allerdings Gift sein. In diesen Ländern wird die Konjunktur bereits durch die öffentlichen Einsparungen schwer belastet. Höhere Zinsen können den Preisauftrieb bremsen, sie verteuern aber auch Kredite.

Das gilt auch für private Bankkunden, weil erfahrungsgemäß die Banken eine solche Zinserhöhung direkt an ihre Kunden weitergeben. Profitieren könnten dagegen Kunden mit vollen Konten, deren Rendite steigt.