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Italien will Flüchtlingen befristete Visa ausstellen

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Italien will Flüchtlingen befristete Visa ausstellen

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Italien will ab sofort alle über das Mittelmeer kommenden tunesischen Flüchtlinge in ihr Heimatland zurückschicken. Immigranten, die sich schon im Land befinden, sollen eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis erhalten, mit der sie auch in andere EU-Staaten einreisen können. Der italienische Innenminister Roberto Maroni sagte im Parlament in Rom, man werde denjenigen, die sich in Italien aufhielten, allerdings nur denjenigen, die bestimmte Auflagen erfüllten, aus humanitären Gründen befristete Visa ausstellen, mit denen sie sich im Schengen-Raum bewegen könnten. Die EU-Kommission steht nun vor dem Problem, den Schengen-Raum retten zu müssen. Vor allem Frankreich lehnt die Einreise von Migranten aus Tunesien ab und will sie mit weiteren Auflagen erschweren, etwa mit einer besonderen Reiseerlaubnis oder dem Nachweis ausreichender finanzieller Mittel. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, ein Schengen-Visum bedeute nicht, dass jemand sich frei in der Schengen-Zone bewegen dürfe. Menschen aus anderen Ländern müssten bestimmte Auflagen erfüllen. In der Nacht zum Mittwoch waren bei dem Kentern eines libyschen Fischerboots bis zu 250 Menschen vor der italienischen Insel Lampedusa ertrunken. Seit Beginn der Unruhewelle in Nordafrika flohen mehr als 22.000 vorwiegend tunesische Flüchtlinge auf die süditalienische Insel.