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Friendly Fire: NATO sieht keinen Grund für eine Entschuldigung

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Friendly Fire: NATO sieht keinen Grund für eine Entschuldigung

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In der ostlibyschen Stadt Bengasi sind die Opfer des versehentlichen NATO-Luftschlags vom Donnerstag zu Grabe getragen worden. Zehn Rebellen waren ums Leben gekommen, als NATO-Kampfflugzeuge einen Panzerkonvoi angegriffen hatten. Es war bereits das zweite Mal, dass NATO-Truppen irrtümlich die mit ihnen verbündeten Aufständischen angriffen. In der Vorwoche waren 13 Menschen auf diese Weise getötet worden. Eine Entschuldigung lehnte die NATO-Führung allerdings ab. Die Lage sei schwer überschaubar, hieß es, zudem habe man nicht gewusst, dass die Rebellen mit Panzern unterwegs seien. Offenbar hatten die Aufständischen vergessen, die von Gaddafi-Truppen erbeuteten Fahrzeuge entsprechend zu kennzeichnen.

Unterdessen sind die Regierungssoldaten bis in die östlichen Bezirke von Misrata vorgedrungen. Bei heftigen Straßenkämpfen wurden zahlreiche Menschen verletzt, nach Erkenntnissen der UN schossen Scharfschützen auch auf Kinder. Viele Bewohner Misratas ergriffen die Flucht – ebenso wie in der Stadt Adschdabija, der die Truppen Gaddafis immer näherrücken. Die Vereinten Nationen schicken am Sonntag ein Team nach Libyen, um Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen. Der Leiter des Teams erklärte im Vorfeld, man werde niemanden von den Ermittlungen ausschließen.