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Gegen Straßburg: Pendel-Gegner meldet sich zu Wort

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Gegen Straßburg: Pendel-Gegner meldet sich zu Wort

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Auf SEIN Konto geht der Bericht “A tale of two cities”: Edward McMillan-Scott. Im Gegensatz zu vielen seiner Landsleute ist der Liberale pro-europäisch. Mit dem gewohnt britischen Humor und viel Biss kommentiert er den Straßburger Parlamentssitz.

Edward McMillan-Scott, britischer Liberaler: “Bis letzten Monat sind die Busse mit Besuchergruppen bis hierhin vorgefahren. Doch weil jetzt alles auseinanderfällt, wie die Oberfläche hier, dürfen sie das nicht mehr. Das ist nur eins der Probleme des Gebäudes: Es wurde schnell, aber nicht solide gebaut. Wie sie wissen, kam 2008 die Decke des Plenarsaals runter…”

Nicht nur dem Ziel, auch dem Weg kann McMillan-Scott nicht viel abgewinnen.

Olaf Bruns, euronews: “Mister McMillan-Scott, hatten Sie eine gute Reise?”

McMillan-Scott, britischer Liberaler: “Tja, sie war lang und sinnlos. Ich bin heute morgen um Viertel nach neun in Mittelengland losgefahren. Jetzt ist es halb sechs, ich habe eine Stunde wegen der Zeitverschiebung verloren. Ich fliege von Birmingham nach Lyon, also nach Süden. Dann fliege ich wieder in den Norden: Von Lyon nach Straßburg. Das sind sieben verschwendete Stunden!”

euronews: “Aber wenn das Parlament nicht mehr in Straßburg tagen soll, dann erfordert das doch die Änderung der EU-Verträge. Denn sonst wäre Frankreichs Zustimmung erforderlich. Was könnte man Frankreich anbieten, oder wie könnten Sie Frankreich überzeugen?”

McMillan-Scott, britischer Liberaler: “Ich denke, Frankreich würde eine demokratische Wahl im EU-Parlament akzeptieren, wenn die Meinung des Parlaments dann zur Grundlage genommen wird. Wie die Mehrheit denkt, ist ziemlich eindeutig.

Aber wir haben noch nicht nach Alternativen gesucht. Ich denke, dass das Parlament nun die Fähigkeit hat, Vertragsänderungen zu empfehlen. Wir werden das alles genau untersuchen.

Ich bin kein Revolutionär. Ich bin jemand, der sich dafür einsetzt, dass wir wirksam und effizient sind. Ich bin und war immer pro-europäisch. Ich will, dass das Parlament erfolgreich ist. Leider muss ich sagen, dass das in Straßburg nicht der Fall ist. Es ist eine Stadt der Vergangenheit, jedenfalls was das Parlament betrifft. Frankreich und die Franzosen sollten das einsehen.”

Straßburg, ein Parlamentssitz der Vergangenheit? Die Antwort der Franzosen lässt nicht lange auf sich warten.