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"...in Misrata wurden Hunderte getötet"

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"...in Misrata wurden Hunderte getötet"

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Die westlibysche Hafenstadt Misrata wird seit 40 Tagen von Gaddafi-treuen Truppen belagert, seit dem Wochenende ist sie komplett eingekesselt.

Bei heftigen Gefechten mit Gaddafi-Gegnern brennen Häuser, es gibt zahlreiche Tote und sehr viele Verletzte. Die Versorgungslage für eine Viertelmillion Bewohner ist dramatisch, vor allem Medikamente und Wasser fehlen.

Einen Tag bevor sich der Ring der Angreifer um die Stadt schloss, brachte das türkische Schiff “Ankara” unter dem Schutz von türkischen F-16 Bombern und zwei Fregatten 230 schwerverletzte Menschen aus der heftig umkämpften Stadt in türkische Krankenhäuser. Für sie gab es in Misrata keine ausreichende Versorgung mehr.

Omar Fathi Bin Shatwan, ein ehemaliger Minister der libyschen Regierung, floh am vergangenen Freitag aus Misrata in einem Fischerboot nach Malta – er erzählt, was er dort gesehen hat.

Omar Fathi Bin Shatwan:

“Die Gaddafi-Truppen haben auf die Menschen draufgehalten, nicht nur mit Gewehren, sondern mit schwerer Artillerie und aus Panzern, in Misrata wurden Hunderte getötet.

Ich war 40 Tage lang in Misrata. Die Stadt wurde mit allen Mitteln von Artillerie und Armee belagert. Lebenswichtige Orte wie Lebensmittelgeschäfte, Wasserstellen und Stromverteiler wurden eingekreist und beschossen. Dann begannen sie, Menschen nach dem Zufallsprinzip zu bombardieren. Ich meine, danach kann keiner dieser Regelung jemals wieder vertrauen.

Diese kämpfenden Libyer, … das sind nichts anderes als Zivilisten, die Waffen einsetzen und ihren Gebrauch trainieren. Sie sind zur Verteidigung angetreten. Dabei nennen sie viele, auch Medien, Rebellen, Revolutionäre oder die andere Seite.”