Eilmeldung

Eilmeldung

Präsidentenwahl in Peru

Sie lesen gerade:

Präsidentenwahl in Peru

Schriftgrösse Aa Aa

In Peru wir ein neuer Präsident gewählt und dieser Mann liegt in den Umfragen an der Spitze.

Ollanta Humala. Ein ehemaliger Militär, der 2000 mit einem unblutigen Putschversuch scheiterte und 2006 mit seiner ersten Teilnahme an einer Präsidentenwahl.

In der Stichwahl könnte er auf Keiko Fujimori treffen. Ihr Vater, Präsident von 1990 bis 2000, sitzt wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption im Gefängnis. Sie bekennt sich zu Vaters konservativer Politik der harten Hand.

In dem Umfragen nur drei Prozentpunkte hinter ihr:

Alejandro Toleda, 2001-2006 erster Indio im Präsidentenamt. Unter seiner Präsidentschaft erlebte Peru relative Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung.

Insgesamt treten 5 Kandidaten an.Die Partei des 2006 im ersten Wahlgang gewählten Amtsinhabers stellt keinen Kandidaten – wegen Aussichtslosigkeit.

Dabei hatte die konservativ-liberale Wirtschaftspolitik des scheidenden Präsidenten Alan Garcia die Wachstumsraten von 6 % 2006 auf zuletzt 8,7 % hochgetrieben. Provitiert hat davon vor allem die Mittelschicht.

Daraus erwachsen ist eine extreme zwei Drittel Gesellschaft. Den Menschen im unteren Drittel geht es so schlecht, dass Peru z.B. bei sauberem Wasser und Toiletten unter den 26 lateinamerikanischen Staaten nur auf den 23 Platz kommt. Ein Drittel der 29 Millionen Peruaner lebt unterhalb der Armutsgrenze – muss von weniger als umgerechnet drei Euros pro Tag leben.

Der Kandidat Ollanta Humala tritt unter der Losung an: “Die Stunde der Ärmsten ist gekommen”.

Er verspricht eine gerechtete Verteilung der Landesreichtümer. Beifall erntet er bei seinen Auftritten mit Sätzen wie:

“ Jene, die Geld haben, bekommen dafür immer die beste Gesundheitsversorgung. Die Armen ohne Geld könne nur dastehen und warten.”

Und er verspricht eine kostenlose Gesundheitsfürsorge für alle Peruaner.

Solche Sätze passen zu seiner langjährigen Nähe zum venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez.

Zuletzt holte er sich Rat beim Team, das 2002 in Brasilien den erfolgreichen Wahlkampf für den Gewerkschafter Lula organisiert hatte.