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Schächten: Hollands Juden und Moslems gegen Tierschützer und Fremdenfeinde


Niederlande

Schächten: Hollands Juden und Moslems gegen Tierschützer und Fremdenfeinde

Die Niederlande erwägen, rituelles Schlachten ohne Betäubung zu verbieten. Das sorgt für einen Aufschrei bei Juden und Moslems. Beim Schächten wird das Tier normalerweise ohne Betäubung mit einem einzigen Schnitt durch den Hals getötet, um es dann vollständig ausbluten zu lassen. Angeführt von der Tierschutzpartei und der fremdenfeindlichen Freiheitspartei wird nun unter den Abgeordneten über ein Verbot des betäubungslosen Schächtens diskutiert.

“Unsere jüdische Gemeinde ist schockiert. Wir leben hier seit gut vierhundert Jahren, und dieses Verbot würde unsere verfassungsmäßigen religiösen Rechte verletzen”, klagt der Rabbi von Rotterdam.

Insbesondere für die jüdische Gemeinde ist das betäubungslose Schächten ein unabdingbarer Ritus. Den meisten Moslems geht es ähnlich. Bislang erlaubt das niederländische Recht beiden Gemeinden Ausnahmen. Der Direktor der niederländischen Gesellschaft, die Schlachtfleisch zertifiziert, das nach islamischem Recht gewonnen wurde, kündigte Proteste an, falls das neue Gesetz durchkommt.

Die Tierschutzpartei argumentiert mit dem Leiden der Tiere, die ohne Betäubung geschlachtet werden. Etliche Parteien haben sich dieser Sichtweise inzwischen angeschlossen. In diesem Monat wird das Parlament voraussichtlich über den Gesetzentwurf entscheiden.

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