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Irakische Armee versucht, Angriff auf Lager der Exil-Iraner zu rechtfertigen

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Irakische Armee versucht, Angriff auf Lager der Exil-Iraner zu rechtfertigen

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Nach dem international umstrittenen Angriff auf ein Lager der iranischen Volksmudschahedin im Irak hat sich die irakische Armee gerechtfertigt. Begleitet von Protesten der Bewohner lud sie Journalisten in das Lager und erklärte, die Soldaten seien tags zuvor in friedlicher Absicht gekommen, dann aber angegriffen worden. Laut Armee wurden drei Lagerbewohner getötet, laut Volksmudschahedin mehr als dreißig. Zahlreiche Bewohner wurden verletzt.

Sie hätten die Soldaten, die eigentlich Schutz gewähren sollten, bedroht, provoziert, beschimpft und angegriffen – sie hätten sich verhalten, als ob das irakische Gesetz für sie nicht gelte, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Die Soldaten hatten am Freitagmorgen in zunächst nicht näher erklärter Absicht das Lager gestürmt. Laut dem Chef der Bodentruppen wollten sie Land für einst enteignete Farmer zurückfordern.

Es war nicht der erste Sturm irakischer Sicherheitskräfte auf Ashraf. Das Lager war von Präsident Saddam Hussein, der der iranischen Führung feindlich gesinnt war, für die Exilopposition der Volksmudschahedin eingerichtet worden. Der heutigen, Teheran positiv gegenüberstehenden Regierung ist es ein Dorn im Auge, sie würde das Lager am liebsten schließen. Die meisten Bewohner wollen aber nicht zurück in den Iran, wxeil sie den Amnestiezusagen dort nicht vertrauen.