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Schätzungsweise 80 Milliarden Euro für Portugal - Kritik an zu langem Zögern

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Schätzungsweise 80 Milliarden Euro für Portugal - Kritik an zu langem Zögern

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Die EU-Finanzminister haben bei ihrem informellen Treffen in Gödöllö bei Budapest prompt den portugiesischen Antrag auf Finanzhilfe angenommen. Auf etwa 80 Milliarden Euro wird der Betrag geschätzt, gut ein Drittel wird nach bewährter Manier der Internationale Währungsfonds übernehmen.

Spaniens Finanzministerin Elena Salgado hielt Unkenrufen, dass ihr Land der nächste Kandidat sein könnte, entgegen, sie sehe keinerlei Ansteckungsrisiko, Spanien sei da völlig außen vor.

Von den europäischen Kollegen wurde sie darin unterstützt. Schon Mitte Mai wollen die Minister das Hilfsprogramm für Portugal mit den entsprechenden Spar- und Reformauflagen verabschieden. Bis dahin werden nun schleunigst Experten des IWF, der EU-Kommission und Portugals Behörden die Finanzlage evaluieren.

Schwedens Finanzminister kritisierte allerdings, dass Portugal den Antrag so lange hinausgezögert habe. Damit bleibe wenig Zeit für die Evalierung. Von deren Ergebnissen müssten jedoch alle Mitgliedsstaaten, ob in oder außerhalb der Eurozone, Kenntnis haben, schließlich würden sie alle Finanzhilfe leisten.

Während Europas Spitzenpolitiker nicht weit von Budapest über strenge Sparmaßnahmen beratschlagten, gingen Europas Gewerkschafter in Budapest gegen die Sparpolitik ihrer Länder und der EU demonstrieren. Etwa 40.000 Menschen folgten dem Aufruf des Europäischen Gewerkschaftsbundes.