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Gedenken im Zwist: Polen ehrt Absturzopfer mit zwei Zeremonien

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Gedenken im Zwist: Polen ehrt Absturzopfer mit zwei Zeremonien

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Am ersten Jahrestag des Flugzeugabsturzes von Präsident Kaczynski gedenkt Polen der Opfer – mit zwei getrennten Zeremonien, denn die Trauer um die Toten wird auch ein Jahr nach dem Unglück vom innenpolitischen Streit vergiftet.

Um 8 Uhr 41, dem Zeitpunkt des Absturzes im westrussischen Smolensk, stellten Kaczynskis Nachfolger, Präsident Bronislaw Komorowski, und Regierungschef Donald Tusk an einer Gedenktafel in Warschau Kerzen für die Toten auf.

Doch Tusks innenpolitischer Gegner, Kaczynskis nationalkonservativer Zwillingsbruder Jaroslaw, und seine Anhänger boykottierten die Zeremonie und hielten eine Gedenkfeier vor dem Präsidentenpalast ab. Dort war nach dem Unfall spontan ein einfaches Holzkreuz aufgestellt worden, an dem Zehntausende Lech Kaczynski die letzte Ehre erwiesen.

Alle 96 Insassen des Flugzeuges waren bei dem Absturz am 10. April 2010 ums Leben gekommen.

Über die genaue Unfallursache streiten Polen und Russen weiterhin. Jaroslaw Kaczynski hält der Regierung Tusk vor, Russland die Ermittlungen überlassen zu haben und brandmarkte die Staatsfeiern als “Heuchelei”.