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Bionische Gehhilfe für Querschnittgelähmte

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Bionische Gehhilfe für Querschnittgelähmte

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Der ehemalige israelische Fallschirmspringer Radi Kaiof ist seit einer Rückenmarksverletzung vor über 20 Jahren querschnittsgelähmt. Eine bionische Gehhilfe ermöglicht ihm, den Rollstuhl zu verlassen und sich eigenständig fortzubewegen. ReWalk heißt das Gerät und ist ein vom Computer gesteuertes Exoskelett. Kaiof testet den Gehroboter seit zwei Jahren. Das Gefühl, wieder auf eigenen Beinen zu stehen war sehr wichtig für sein Selbstbewusstsein, sagt der Patient: “Als meine kleine Tochter mich zum ersten mal stehen sah, staunte sie, wie groß ich bin!”

Die Gehhilfe ist seit Anfang des Jahres auf dem Merkt und wurde kürzlich auf der britischen Fachmesse für Reha-Technologien Naidex in London vorgestellt. Der Gehroboter wird über eine Fernsteuerung am Handgelenk bedient. Lehnt sich der Benutzer nach vorne, werden Körpersensoren aktiviert, die die Stützen in Bewegung setzen. Das verlangt anfangs ein wenig Übung. “Man hat das Gefühl, man lernt Fahrradfahren”, sagt Kaiof. “Am Anfang ist es schwer und wird dann immer einfacher.”

Das Gerät wird bereits in mehreren medizinischen Einrichtungen als Reha-Hilfe eingesetzt. Problematisch ist allerdings der Preis von rund 45 Tausend Euro. Als Rollstuhlersatz ist die Gehhilfe damit zu teuer, sagt der Leiter der britischen Gesellschaft für Querschnittsgelähmte, John Borthwick: “Die meisten unserer Mitglieder können sich ein solches Gerät nicht leisten. Die einzige Möglichkeit, es zu nutzen, ist ein Behandlungstermin im Krankenhaus.”