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Icesave-Pleite: London will Island vor Gericht bringen

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Icesave-Pleite: London will Island vor Gericht bringen

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Nach dem Nein der Isländer zur Rückzahlungsvereinbarung in Zusammenhang mit der Icesave-Pleite will London die Justiz anrufen. Der stellvertretende britische Finanzminister Danny Alexander sagte, dieser Fall werde wohl vor Gericht enden. Am Wochenende hatten die Isländer es in einem Referendum abgelehnt, mit Steuergeldern für die Icesave-Pleite zu bezahlen. Die Internetbank war 2008 zusammengebrochen. London und Den Haag hatten ihren Icesave-Kunden die Einlagen rückerstattet und verlangen von Rejkjavik nun rund vier Milliarden Euro zurück.

In Island ist man mit dem Ausgang des Referendums unglücklich, sieht aber wenigstens keine Gefahr für die Beitrittspläne zur EU. “Ich sehe keinen Zusammenhang mit unserem EU-Beitrittsgesuch”, meinte Finanzminister Steingrimur Sigfusson. “Das ist ein völlig anderes Thema.”

Insgesamt jedoch kommen auf Island wohl harte Zeiten zu. Auch die Niederlande erwägen eine Klage, zudem steht dem Land eine weitere Abwertung seiner Bonität bevor. Dabei scheint die isländische Wirtschaft sich gerade zu erholen: Das Bruttoinlandsprodukt soll 2011 endlich wieder positiv ausfallen.