Eilmeldung

Eilmeldung

Lampedusa: Italien pocht vergeblich auf mehr Solidarität aus EU

Sie lesen gerade:

Lampedusa: Italien pocht vergeblich auf mehr Solidarität aus EU

Schriftgrösse Aa Aa

Die Flüchtlingsströme auf Lampedusa stellen die EU vor eine harte Probe. Auf dem Innenministertreffen in Luxemburg wurde die Entscheidung Roms kritisiert, die Immigranten in andere EU-Staaten weiterreisen zu lassen. Mit den schätzungsweise 23.000 Flüchtlingen fühlt sich die italienische Regierung von den anderen Mitgliedern im Stich gelassen. Roberto Maroni erklärte, heute werde man sehen, so Italiens Innenminister, ob es ein vereintes und solidarisches Europa gebe, oder ob das nur ein geographischer Begriff sei.

Italien ist Mitglied des Schengen-Raums. Mit einer befristeten Aufenthaltsgenehmigung von dort können die Flüchtlinge seit gestern in andere EU-Staaten weiterreisen. Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich kritisierte, “wir können nicht akzeptieren, dass Wirtschaftsflüchtlinge über Italien nach Europa kommen. Deswegen erwarten wir von Italien, dass es die rechtlichen Vorschriften respektiert und mit Tunesien Verhandlungen führt.”

Strikt dagegen ist auch Frankreich. Dorthin zieht es viele der tunesischen Flüchtlinge wegen der gemeinsamen Sprache.

Auf dem Treffen in Luxemburg konnten sich die Minister nur auf kleine Kompromisse einigen. So will Brüssel mit Tunis die Rückkehr der Flüchtlinge verhandeln, Kommissionschef José Manuel Barroso reist an diesem Dienstag nach Tunesien. Italien soll außerdem größere Unterstützung von Grenzschützern und mehr Geld erhalten.