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Exodus aus Abidjan: Angst vor Gbagbos Jugend

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Exodus aus Abidjan: Angst vor Gbagbos Jugend

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Auch wenn der Machtkampf in der Elfenbeinküste beendet ist, fliehen die Bewohner scharenweise aus der Wirtschaftsmetropole Abidjan, dem Schauplatz der jüngsten Kämpfe. Sie trauen der Ruhe noch nicht: Unklar ist nach der Festnahme des Ex-Präsidenten Gbagbo, ob seine schwer bewaffneten Anhänger, insbesondere die Jugendlichen, sich an die Aufrufe zum Gewaltverzicht halten.

Ein iranischer Geschäftsmann aus Abidjan, der anonym bleiben möchte, berichtete uns am Telefon: “Wir sind jetzt bereits 12 Tage lang nicht vor die Tür gegangen. Wir haben immer noch Vorräte. Wir haben 20 Kilo Reis, Kartoffeln… Aber die Läden in unserer Gegend sind seit einigen Tage wieder zwischendurch geöffnet, immer den halben Tag lag. Die Leute stehen davor Schlange, aber viel gibt es nicht mehr zu kaufen. Seit gestern Abend, als Gbagbo festgenommen wurde, haben wir einige Schüsse gehört, aber wir wissen nicht, um was es sich handelte.”

Laut Agenturberichten blieb es an diesem Dienstag in Abidjan weitgehend ruhig.

Präsident Ouattara hat zugesagt, die Gräueltaten der vergangenen Monate aufzuklären und die Verantwortlichen beider Seiten juristisch zu belangen. Beim Wiederaufbau des Landes kann er auch mit der Unterstützung der EU rechnen, die fast 200 Millionen Euro Hilfe ankündigte.