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INES - Bewertungsskala für radioaktive Störfälle

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INES - Bewertungsskala für radioaktive Störfälle

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Der Tsunami vom 11. März beschädigte gleich drei Reaktorblöcke im Atomkraftwerk Fukushima.

Die Notabschaltung der Reaktoren hatte funktioniert. Aber eine nukleare Kettenreaktionen kann man nicht einfach ausschalten.

Solange die Brennstäbe nicht heruntergekühlt sind, geht der chemische Prozeß weiter.

Weil das Kühlsystem beschädigt ist, wird seither immer weiter Radioaktivität freigesetzt.

Darum wurde die Schwere des Störfalls von ursprünglich Stufe 4 inzwischen bis auf 7 hochgesetzt.

Auf der internationalen Bewertungsskala INES bedeutet Stufe 7: Katastrophaler Unfall –

Schwerste Freisetzung mit Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld

Stufe 6 : Schwerer Unfall – Erhebliche Freisetzung, die Katastrophenschutzmaßnahmen nötig macht. Bei

Stufe 5 wird begrenzt Radioaktivität freigesetzt , dazu kommen schwere Schäden am Reaktorkern

und/oder an den radiologischen Barrieren

Stufe 4 heisst geringe Freisetzung, die Auswirkungen auf die Bevölkerung liegen etwa in der Höhe der natürlichen Strahlenexposition,

beim Personal kann es Verstrahlungen mit Todesfolge geben. Bei Stufe 3 gibt es akute Gesundheitsschäden beim Personal,

Einen Störfall Stufe 7 gab es bisher nur in

Tschernobyl. Dort wurden in der Nacht zum 26.April 1986 bei einer gewaltigen Explosion rund 200 Tonnen radioaktives Material so weit in die Höhe geschleudert, dass eine radioaktive Wolke den ganzen Erdball umrundete. Über die Zahl der Opfer wird bis heute gestritten. Man kann davon ausgehen, dass immer noch Menschen an Krankheiten sterben, die auf die damals freigesetzte Radioaktivität zurückgehen.

Zuvor hatte sich der schwerste Störfall – klassifiziert als Stufe 5 – 1979 im amerkanischen AKW Three Mile Island ereignet. Dort kam es zur Kernfusion, die eine radioaktive Wolke zur Folge hatte. 140.000 Menschen wurden evakuiert. Tote werden nicht vermeldet.

Ein Störfall der Stufe 5 mit 4 Toten und 240 Verletzten war ein Jahr nach Tschernobyl in Brasilien die Folge von unsachgemäßem Umgang mit einem Gerät zur Strahlentherapie.

Damit spielten in der Klink die Kinder.

In Japan gab es 1999 schon einmal einen Zwischenfall der Stufe 4. Uran trat aus. Zwei Beschäftigte starben, 438 wurden verstrahlt.

Im belgischen Fleurus verseuchte 2008 radioaktives Jod aus einer medizinischen Anlage Obst und Gemüse im Umkreis von 5 Kilometern.

Das war ein Störfall der Stufe 3.