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Japan: Umweltschützer warnen vor Strahlengefahr, Regierung beruhigt

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Japan: Umweltschützer warnen vor Strahlengefahr, Regierung beruhigt

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Greenpeace ist alarmiert. Ein Team der Umweltschutzorganisation ist in der japanischen Krisenregion unterwegs, um die Radioaktivität im Boden und in der Luft zu messen. Die Ergebnisse sind erschreckend: Bodenproben sind durchwegs verseucht und noch 60 Kilometer von dem havarierten Atommeiler entfernt schlagen die Geigerzähler heftig aus.

Auch beim AKW-Betreiber Tepco verzichtet man mittlerweile auf Zweckoptimismus. Während der Tepco-Chef seit Mitte März nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen wurde, gab ein Unternehmenssprecher zu, dass die Auswirkungen der Fukushima-Katastrophe möglicherweise schlimmer sein könnten als jene des Super-GAUS in Tschernobyl.

Gemüse und Obst aus der betroffenen Region sind laut Greenpeace hoffnungslos verstrahlt. Dabei ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig der Provinz Fukushima. Die Händler auf dem Markt sind verunsichert. “Stufe sieben ist dasselbe Niveau wie Tschernobyl”, meint einer von ihnen. “Zum ersten Mal bin ich ziemlich schockiert. “ Die Regierung hingegen will solche Bedenken zerstreuen. Kabinettsekretär Yukio Edano erklärte bei einem Besuch des Markts, alle angebotenen Lebensmittel seien absolut sicher. Und um seine Worte unter Beweis zu stellen, biss er gleich selbst herzhaft in eine Tomate.