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Religionsvertreter im Europarat fordern mehr Toleranz

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Religionsvertreter im Europarat fordern mehr Toleranz

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Fünf Religion haben sich im Europarat versammelt. In einer Zeit, in der Religion schnell mit der Identität verwechselt wird, stieß die Versammlung damit eine Debatte neu an.

In einer Entschließung über den Anteil von Religion am interkulturellen Dialog appellierten die Anwesenden an Werte wie Toleranz und Bildung. Die Regierungen sollten darauf achten, dass beim Religionsunterricht der Glaube der Schüler respektiert werde.

Berichterstatterin im Europarat Anne Brasseur sagte: “Bildung ist sehr wichtig; die Bildung in der Schule, versteht sich. Jeder Lehrer, selbst wenn er ganz andere Fächer unterricht, sollte Grundkenntnisse der unterschiedlichen Religionen haben, um die Schüler in ihrer Vielfalt ganz zu verstehen.”

euronews Korrespondentin Audrey Tilve berichtet, dass die Worte Toleranz und Offenheit im Plenarsaal wiederhallten – während Frankreich den Vollschleier verbietet und die Trennung von Staat und Religion in Europa Wahlausgänge beeinflusst.

Der islamische Vertreter habe sich deshalb besorgt gezeigt. Professor Mehmet Görmez, der Vorsitzende für religiöse Angelegenheiten der Türkei erklärte: “Die Entschließung kommt zu einem Zeitpunkt, nachdem mehrere europäische Politiker erklärt haben, dass Multikulti gescheitert sei.”

Vollschleier oder Sikh-Turban – der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Frankreich bisher immer Recht gegeben, wenn es um Verbote von religiösen Symbolen oder Kleidungen ging: Sie schränken die Religionsfreiheit NICHT ein, so das Urteil.