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Algerien: Verletzte bei neuerlichen Studentenprotesten

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Algerien: Verletzte bei neuerlichen Studentenprotesten

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In Algerien sind bei der gewaltsamen Auflösung einer Studentendemonstration mindestens 50 Menschen verletzt worden; einige Quellen sprechen sogar von bis zu 170 Verletzten. Mit dem Protestmarsch zum Präsidentenpalast unterstrichen die Studenten ihre Forderung nach dem Rücktritt des Bildungsministers. Diesem werfen sie vor, dass algerische Universitätsabschlüsse selten anerkannt würden und dass an den Hochschulen unhaltbare Zustände herrschten. “Die algerischen Studenten haben das Gefühl, vom Ministerium im Stich gelassen zu werden”, so einer der Demonstranten. “Ihre letzte Hoffnung ist der Präsident. Er ist der einzige, der die algerische Studentenschaft retten kann.”

Im Februar hatte Staatschef Abdelaziz Bouteflika den seit 1992 geltenden Ausnahmezustand in Algerien offiziell beendet und damit eine der Hauptforderungen der Regierungsgegner erfüllt. Etwas später kündigte er weitreichende Reformen an. Dennoch setzten die Studenten ihre Proteste fort. In vielen nordafrikanischen Ländern gärt es gerade bei Jugendlichen, da junge Leute auch mit guter Ausbildung kaum Chancen auf einen Job haben.