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Katar auf dem Weg zu politischem Einfluss

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Katar auf dem Weg zu politischem Einfluss

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Eine Mirage am Himmel über Libyen.

Sie könnte zur Luftwaffe von Katar gehören, denn das kleine Emirat im Persischen Golf ist als einziger arabischer Staat an den Einsätzen zur Einhaltung der Flugverbotszone beteiligt. Mit insgesamt 6 Maschinen.

Das dürfte der entscheidende Grund sein, weshalb sich die Politiker der Kontaktgruppe auf den weiten Weg gemacht haben. Katar hat die libysche Gegenregierung anerkannt. Beim vorigen Treffen in London hatte der Außenminister von Katar Gaddafi und seine Leute aufgefordert, zu gehen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden.

Die sei der einzige Weg, um das Problem so schnell wie möglich zu lösen.

Diese Politik wird verständlich bei einem Blick auf die Struktur der Staatseinnahmen. Hier rangiert die bezahlte Bereitstellung von Militärbasen und Ruhezone für die US-Armee an zweiter Stelle gleich nach den Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung.

Der Emir, Staatsoberhaupt in der absoluten Monarchie, die weder Parteien noch Parlament kennt, bemüht sich um mehr Einfluß in der Region.

Seit 1998 ist Katar Sitz des Hauptquartiers der US-Truppen im Nahen Osten, hier war auch die Kommandozentrale im Irakkrieg 2003. Damit hat der Emir seine internationale Position gegenüber den anderen Potentaten der Region aufwerten können. Sein Bemühen um Anschluß an die westliche Welt zeigt sich auch in seiner Medienpolitik. Hier in einer absoluten Monarchie entstand 1996 der erste arabische Nachrichtensender. Das macht deutlich, wie gut der Herrscher die Möglichkeit erkannt hat, über Medien Einfluß zu gewinnen. Al Dschasira galt seither bei allen Kriegen und Krisen in der arabischen Welt als wichtige Quelle.

Weltweite Reputation verspricht sich der Emir auch durch die Bewerbung um die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 und die Handball-Weltmeisterschaft 2015. Dabei sind die klimatischen Bedingungen alles andere als ideal. Hier ist es das ganze Jahr subtropisch schwül mit einer Luftfeuchtigkeit um 85%.

Die Halbinsel Katar mißt 180 Kilometer von Nord nach Süd und 80 von Ost nach West.

Es leben im Staat inzwischen mehr Ausländischer als Einheimische. Mit seinem beispielhaften wirtschaftlichern Aufschwung ist es dem Emir von Katar gelungen, aus dem Schatten des großen Nachbarn Saudi Arabien zu treten. Katar hat dank seiner Öleinnahmen das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt und kann seinen Bürgern kostenlose Bildung und medizinische Versorgung bieten. So ist das Emirat auch von sozialen Unruhen wie beim Nachbarn Bahrain verschont geblieben.