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Islands Regierung übersteht Misstrauensvotum

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Islands Regierung übersteht Misstrauensvotum

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Islands Regierung hat ein Misstrauensvotum im Parlament wegen der Schuldenkrise knapp überstanden. Bei der Abstimmung im Parlament in Reykjavik in der vergangenen Nacht stimmten 32 Abgeordnete gegen und 30 für den Misstrauensantrag gegen Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir. Ein Abgeordneter enthielt sich der Stimme. Die Koalition aus Sigurdardóttirs Sozialdemokraten und den Rotgrünen verfügt über 33 von 63 Sitzen. Bjarni Benediktsson von der unabhängigen Opposition sagte, er sei keineswegs enttäuscht. Die Abstimmung und die Diskussion über die Arbeit der Regierung seien überfällig gewesen. Das Ergebnis sei klar: Die Regierung habe die geringste Unterstützung, die man sich vorstellen könne. Dem Misstrauensvotum vorausgegangen war am Wochenende ein Referendum, bei dem fast 60 Prozent die von Sigurdardóttir empfohlene Tilgung von Schulden der pleitegegangenen Internetbank Icesave aus Steuermitteln abgelehnt hatten. Islands Bankwesen war während der Finanzkrise 2008 praktisch komplett zusammengebrochen und hatte dem Land gigantische Schulden bei ausländischen Gläubigern hinterlassen.