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Gekidnappter Italiener im Gazastreifen ermordet

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Gekidnappter Italiener im Gazastreifen ermordet

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Der von einer mutmaßlichen Salafistengruppe im Gazastreifen entführte Italiener ist tot. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurde der propalästinensische Aktivist Vittorio Arrigoni schon wenige Stunden nach seiner Entführung am Donnerstag ermordet.

Die Kidnapper hatten von der Hamas-Regierung verlangt, einen ihrer Anführer und weitere Mitglieder der Gruppe freizulassen, und ein 30-Stunden-Ultimatum gestellt. Nach dem Verhör eines Mannes führte die Spur zu einem verlassenen Haus: Dort wurde die Leiche Arrigonis gefunden, zwei mutmaßliche Entführer wurden festgenommen. Das Opfer sei aber schon Stunden vor der Stürmung des Hauses ermordet worden, hieß es.

Die Regierung verurteile dieses widerliche Verbrechen, erklärte ein Hamas-Sprecher, es stehe im Gegensatz zu ihren Traditionen und Gebräuchen. Sie werde alle Mitglieder der Gruppe verfolgen, sie festnehmen und das Gesetz gegen sie anwenden.

Arrigoni war 2008 mit einer Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen gekommen. Er habe sich hier zu Hause gefühlt, erklärt eine Mitstreiterin fassungslos. Er habe zwar nach Italien zurückkehren wollen, um seinen Vater zu treffen, aber gleichzeitig habe er den Gazastreifen angesichts der jüngsten Eskalation nicht verlassen wollen, falls etwas passiere.

Die Entführung Arrigonis war die erste eines Ausländers im Gazastreifen seit Machtübernahme der radikal-islamischen Hamas 2007. Sie hatte damals maßgeblich zur Freilassung eines BBC-Korrespondenten nach gut vier Monaten Geiselhaft beigetragen.

Hamas und Salafisten sind verfeindet, die Hamas ist den Salafisten immer noch zu moderat. Sie verstehen sich als wahre Hüter des Islam.