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Lange Haft für Ante Gotovina nach Krajina-Verbrechen

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Lange Haft für Ante Gotovina nach Krajina-Verbrechen

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Der Kroate Ante Gotovina ist als Kriegsverbrecher verurteilt worden: Er muss für 24 Jahre ins Gefängnis.

Der Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag verurteilte Gotovina wegen seines Vorgehens gegen kroatische Serben Mitte der neunziger Jahre.

Diese hatten beim Zerfall Jugoslawiens ihren eigenen Staat ausgerufen, die Krajina. Gotovina war

als General für die gewaltsame Zerschlagung der Krajina verantwortlich: Hunderte Serben wurden dabei getötet, Zehntausende vertrieben.

Der ebenfalls angeklagte ehemalige General Mladen

Markač erhielt achtzehn Jahre Haft. Ein weiterer Ex-General, Ivan Čermak, wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

In Kroatien herrscht vor allem über das Urteil gegen Gotovina Fassungslosigkeit. Viele hier verehren ihn:

Die so genannte Operation Sturm, der Großangriff gegen die Krajina im August 1995, war für sie eine Befreiung von serbischer Besetzung. “Ein Urteil ohne Beweise”, sagt eine Frau in Zagreb; “ein rein politisches Urteil.”

“Das Urteil ist ungerecht”, meint ein Mann. “Es zeigt, dass eine einzige Wissenschaft seit den alten

Römern nachgelassen hat: Die Völkerrechtssprechung. Hier geht es nicht um Fakten, sondern um Lüge und Betrug.”

Auch die kroatische Führung nennt das Urteil nicht hinnehmbar; der damalige Krieg gegen die serbische

Minderheit sei gerecht gewesen. Serbische Spitzenpolitiker zeigen sich dagegen zufrieden.