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Lebenslang für Argentiniens letzten Diktator

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Lebenslang für Argentiniens letzten Diktator

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Argentiniens letzter Diktator ist wegen Menschenrechtsverletzungen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der heute 83-jährige Reynaldo Bignone hatte in der Zeit der Militärjunta zwischen 1976 und 1983 als letzter der aufeinanderfolgenden Militärmachthaber regiert, bevor er nach dem Fiasko des Falklandkrieges die Amtsgeschäfte an Raul Alfonsin übergab, den ersten wieder demokratisch gewählten Präsidenten.

Das Gericht in San Martin nördlich der Hauptstadt Buenos Aires verhängte zudem, dass Bignone und seine Mitangeklagten ihre Strafen im Gefängnis, nicht unter Hausarrest absitzen müssen. Das Urteil traf auf großen Beifall der Hinterbliebenen der Opfer.

Menschenrechtsorganisationen zufolge sind unter der Militärdiktatur 30.000 Menschen ermordet worden oder verschwunden. Bignone war schon im vergangenen Jahr zu 25 Jahren Gefängnis wegen Verschleppung und Folter politischer Gefangener verurteilt worden.

In einem weiteren Verfahren muss er sich wegen Kindesraubes bei Regimegegnern verantworten: Argentiniens Diktatoren hatten ihre Gegner nicht nur verschleppt, gefoltert und ermordet, sondern in vielen Fällen deren Kinder entführt und anderen Familien zur Adoption überlassen. Viele Erwachsene lernen erst jetzt, nach jahrelangen Recherchen, ihre leiblichen Angehörigen kennen.

Die Prozesse gegen die einstigen Diktatoren und ihre Handlanger begannen, nachdem