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Putin und Medwedjew - vom Machttandem zu Konkurrenten

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Putin und Medwedjew - vom Machttandem zu Konkurrenten

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Russlands Regierungschef Wladimir Putin wird möglicherweise bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr antreten. Mitglieder der Kremlpartei Geeintes Russland sprachen sich jedenfalls für ihn aus – ein Affront für Amtsinhaber Dmitri Medwedjew. Bisher hatten er und Putin stets versichert, dass sie sich einigen wollten, wer von beiden antrete. Dem widersprach Putin nun:

“Weder Dmitri Medwedjew noch ich schließen eine Kandidatur um das Präsidentenamt aus. Aber wir werden unsere Entscheidung von der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Situation im Land abhängig machen.” Putin war von 2000 bis 2008 Präsident und konnte laut Verfassung nicht ein drittes Mal in Folge antreten. Also hob er mit Medwedjew einen Kandidaten seiner Wahl ins Präsidentenamt, galt und gilt aber weiterhin als der starke Mann im Land. Nun scheint Medwedjew aus Putins Schatten hervortreten zu wollen: “Niemand kann die Zukunft voraussagen, aber als Staatsoberhaupt denke ich natürlich über sie nach. Das ist meine Aufgabe. Ich schließe daher nicht aus, dass ich mich für eine zweite Amtszeit als Präsident zur Wahl stellen werde,” sagte präsident medwedjew vor seinem Staatsbesuch in China.

Und so scheint sich das Machttandem jetzt zu Konkurrenten um die Macht zu entwickeln. Nach Expertenmeinung hätte Russlands Bevölkerung damit 2012 erstmals tatsächlich eine echte Wahl.