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Trotz Gotovina-Urteil Bitterkeit bei vertriebenen

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Trotz Gotovina-Urteil Bitterkeit bei vertriebenen

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Serben

Viele Serben spüren nach dem Gotovina-Urteil Genugtuung, dass einmal nicht sie die Bösen sind – sondern dass Verbrechen in den

Jugoslawienkriegen der neunziger Jahre eben auch von anderen begangen wurden.

Die Leute hier in Smederevo – auf Deutsch auch Semendria – sind damals aus der Krajina geflohen;

nach wie vor leben sie in diesem Lager. “Die hätten noch mehr Strafe verdient”, sagt eine Frau. “Sonst sind es immer die Serben: Alle Serben mussten vor den Gerichtshof, und andere lachen sich ins Fäustchen. Wir wissen, was wir durchgemacht haben

und wie krank wir im Lager wurden. Aber wir können da nichts mehr machen.”

“Uns hat dort eine Wohnung gehört”, schildert eine andere Frau. “Sieben Jahre lang waren wir deshalb vor Gericht: Neulich haben sie gerade geurteilt, dass

wir keine Rechte haben. Mit nichts sind wir weg: kein Geld, keine Rente, gar nichts. Mein Mann ist behindert. Jetzt haben wir überhaupt nichts.”