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Abidjan kehrt zur Normalität zurück

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Abidjan kehrt zur Normalität zurück

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Der Alltag kehrt allmählich in der Stadt ein: Die Bewohner können wieder in Ruhe auf den Straßenmärkten einkaufen, die Läden werden nach und nach beliefert. Noch vor einer Woche wagten die Menschen sich kaum auf die Straße, die Wirtschaftsmetropole der Elfenbeinküste war Schauplatz heftiger Gefechte im Kampf um das Präsidentenamt.

UNICEF schickte am Samstag ein Flugzeug mit Medikamenten nach Abidjan, mit Arzneien gegen Durchfall und Malaria. In der vergangenen Woche hatten die “Ärzte ohne Grenzen” gewarnt, dass die Stadt nach den Versorgungsengpässen der medizinische Notstand drohe.

Es sei eine dringende Hilfslieferung, um Abidjan schnell mit Medikamenten, Produkten zur Wasseraufbereitung und Vorräten für Schulen zu versorgen, erläutert ein UNICEF-Mitarbeiter.

Auch wenn der Machtkampf am Montag, als sich Laurent Gbagbo ergab, endete, überwachen ausländische und heimische Soldaten weiter die Stadt: Von Schutzgelderpressungen und Drohungen an Ladenbesitzer wird unter anderem berichtet.

Zwei enge Vertraute Gbagbos riefen am Samstag erneut zur Versöhnung auf. Laut den Vereinten Nationen kostete der Machtkampf in der Elfenbeinküste mehr als 800 Menschen das Leben. Gbagbo und sein Nachfolger Ouattara haben ihre Anhänger zu Gewaltverzicht aufgerufen, Ouattara kündigte an, die für die Gräueltaten Verantwortlichen beider Seiten vor Gericht zu bringen. Gbagbo wurde inzwischen von Abidjan in eine überwachte Residenz im Norden des Landes gebracht. Knapp 70 Angehörige und Hausangestellte, die mit ihm festgenommen worden waren, wurden am Samstag freigelassen.