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Finnlands Europaskeptiker auf dem Weg zur stärksten Kraft

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Finnlands Europaskeptiker auf dem Weg zur stärksten Kraft

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Bei der Parlamentswahl in Finnland sind nach derzeitigem Stand vier Parteien praktisch gleichauf. Ausgezählt sind bisher knapp sechzig Prozent der Stimmen.

Damit würden sensationell die europaskeptischen Wahren Finnen zur stärksten Partei werden. Aber auch für die konservative Sammlungspartei könnte es knapp zum Wahlsieg reichen, zumindest in Sitzen. Jyrki Katainen, bisher Finanzminister, könnte dann die neue Regierung führen.

Die Konservativen haben aber ebenso einige Prozentpunkte verloren wie die die liberale Zentrumspartei von Mari Kiviniemi, der jetzigen Regierungschefin. Beide Parteien waren bisher in einem Regierungsbündnis. Eingebüßt haben auch die oppositionellen Sozialdemokraten.

Die Wahren Finnen haben dagegen einen Riesensatz auf gleiche Höhe mit den traditionell größten Parteien gemacht. Die Partei von Timo Soini ist europaskeptisch und fremdenfeindlich. Sie will zum Beispiel Finnlands Austritt aus dem Euro und ist gegen Hilfen für Schuldenländer wie Portugal.

Das kam bei vielen Finnen gut an: Die Partei bekommt offenbar bald fünfmal so viele Stimmen wie bei der letzten Wahl. Fast alle anderen Parteien sind zu einer Zusammenarbeit mit den Wahren Finnen bereit. Was das in der Praxis bedeutet und ob Soini angesichts der Macht Zugeständnisse machen würde, ist offen.