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"Dialog" der Gewalt im Jemen

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"Dialog" der Gewalt im Jemen

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Ali Abdullah Salih sagt Dialog. Bisher läßt der Präsident des Jemen aber vor allem Kugeln sprechen.

Als am Sonntag Zehntausende im ganzen Land seinen Rücktritt forderten, schoss die Polizei. In der Hauptstadt Sanaa wurden

mindestens 20 Kundgebungsteilnehmer verletzt. 40 Menschen wurden in der südwestlichen Stadt Dhamar verletzt, als Salih-Anhänger einen Demonstrationszug angriffen.

Seit Mitte Februar verlangen Hunderttausende im Jemen den Rückritt des seit 32 Jahren regierenden Salih und demokratische Reformen. Im Süden forderten Tausende die Unabhängigkeit.

Bei der Unterdrückung der Proteste wurden mehr als 100 Menschen getötet und Tausende weitere verletzt.

Der Jemen war jahrzehntelang in Nord und Süd geteilt – ein Erbe der Kolonialzeit. Die vereinigte Republik Jemen gibt es erst seit zwei Jahrzehnten

In den vergangenen Tagen hatte sich Saleh von Anhängern feiern lassen. Gleichzeitig wandten sich mehrere Verbündete im In- und Ausland von ihm ab, unter anderem die USA.

In Sanaa sagte der Präsident vor Tausenden von Anhängern, die Politiker der Opposition, die seinen Rücktritt wollten, seien für ihn “Straßenräuber”. Wer ihn aus dem Amt zwinge, riskiere Bürgerkrieg und ein Zerbrechen des Landes.

Der Kooperationsrat der Golf-Monarchien hat Regierung und Opposition Verhandlungen in Riad, Saudi-Arabien nahegelegt.