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Libyen: Erbitterter Kampf um Misrata

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Libyen: Erbitterter Kampf um Misrata

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Der Krieg in Libyen konzentriert sich mittlerweile auf die Stadt Misrata. Dort versuchen die Rebellen weiterhin, sich gegen die Regierungstruppen zu verteidigen, die inzwischen unter dem Einsatz von schweren Waffen und Scharfschützen bis ins Zentrum der Stadt vorgedrungen sind. Augenzeugen berichteten, dass Misrata seit Tagen mit Raketen und Mörsergranaten beschossen worden sei, zudem würden die Scharfschützen auf den Dächern auf jeden schießen, der sich auf die Straße wage. Der Kommandant der Rebellen hat die Hoffnung auf Unterstützung durch die NATO fast aufgegeben. “Seit einem Monat bitte ich die NATO um Hilfe”, sagte er, “mindestens 10 Mal, aber nichts ist passiert.”

Misrata ist die letzte Stadt im Westen Libyens, die noch von Regierungsgegnern gehalten wird. Umso erbitterter verteidigen sich die Rebellen gegen die fortdauerden Angriffe der Gaddafi-Truppen. Die UNO zeigt sich über die Lage inzwischen höchst besorgt, wie die in Bengasi stationierte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sagte: “Ich mache mir große Sorgen. Ich hoffe, dass die Sicherheitslage es uns gestattet, nach Misrata zu gelangen, denn niemand hat mehr einen Überblick was genau dort geschieht.”

Ein Amateurvideo zeigt den Angriff der Regierungstruppen auf ein Krankenhaus in Misrata. Die Zahl der Toten und Verletzten ist inzwischen kaum mehr feststellbar. Ein Sprecher der libyschen Regierung wies unterdessen erneut den Vorwurf zurück, in Misrata seien international geächtete Streubomben eingesetzt worden.