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Eine neue Schutzhülle für Tschernobyl

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Eine neue Schutzhülle für Tschernobyl

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26. April 1986 : “The Day After”. In der Nacht ist der Reaktor Nummer 4 im Atomkraftwerk von Tschernobyl explodiert. Die Welt erlebt ihren ersten zivilen Supergau. Das Dach des Reaktors ist weggesprengt. Als Ersatz wird über das ungeschützte Zentrum der Katastrophe ein Sarkophag gebaut.

Der ist im Laufe von 25 Jahren brüchig geworden.

Die Betonhülle, hoch wie ein 20-stöckiges Haus, hält die Radioaktivität nicht mehr auf.

“Heute geht davon eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen aus”, sagt der Direktor, Igor Gramotkin, der die Trümmer verwaltet.

2007 haben zwei französische Firmen, Vinci et Bouygues, begonnen, eine neue Schutzhülle zu entwickeln.

Pierre Berger von Vinci beschreibt deren zwei Funktionen: Zuerst soll sie verhindern, dass der radioaktive Staub beim Abriss in die Umwelt gelangt. Und dann soll sie den großen Kran tragen, der zum Abriss der brüchigen alten Schutzhülle gebraucht wird.

Die eigentlichen Bauarbeiten begannen 2010.

Schon jetzt ist absehbar, dass sie sich wenigsten bis 2015 hinziehen werden. Diese Lösung soll dann 50 Jahre halten.

So soll der neue Schutzmantel aussehen: 108 Meter hoch, 162 Meter lang und 257 Meter breit. Zwischen zwei Metallschichten soll ein Luftkissen liegen.

Und so stellen sich die Konstrukteure den Arbeitsverlauf vor: Wie ein großes Hallendach soll die neue Hülle über die alte geschoben werden.

23.000 Tonnen schwer wird die Konstruktion auf Schienen in ihre Position gebracht. Kosten soll das alles zusammen 1,5 Milliarden Euro.

Noch keine Lösung gibt es für das Abfallproblem.

2 Millionen Tonnen radioaktiver Abfall liegen unter freiem Himmel, darunter 9 Tonnen Plutonium und 20 Tonnen angereichertes Uran.